Die Maine Coon    


Der Ursprung dieser natürlich entstandenen Rasse liegt im US-Staat Maine im Nordosten von Amerika. 

Über die Entstehung gibt es die unterschiedlichsten Legenden. Die bekannteste ist, daß die Maine Coon einer Kreuzung aus Katze und Waschbär (engl.: racoon) entstammt. Der buschige Schwanz der Maine Coon ähnelt tatsächlich einem Waschbärenschwanz - aber solch eine Kreuzung ist biologisch unmöglich! Eine weitere Geschichte besagt, daß ein Seefahrer, Cäpt`n Coon, bei seinen Landgängen von seinem langhaarigen Schiffskater begleitet wurde, der sich dann mit den einheimischen Katzen vergnügt hat. Über die Nachkommen hieß es dann "Ach schau mal, wieder eine von Coons Katzen". Wieder eine andere Legende besagt, daß die Wickinger die halblanghaarigen Katzen auf ihren Touren mit nach Amerika gebracht hätten. Es ist jedoch eher anzunehmen, daß die Rasse Maine Coon durch natürliche Selektion entstanden ist. In dem rauen Klima des Staates Maine konnten wahrscheinlich nur sehr robuste Tiere überleben, so daß das längere Fell einen Vorteil bedeutete.

Die Maine Coon ist in ihrer heutigen Form seit ca. 1850 nachgewiesen, im Jahre 1861 wurde sie erstmals in Büchern als eigenständige Rasse erwähnt. Die Zucht von Rassekatzen konzentrierte sich in Amerika in den folgenden Jahren jedoch mehr auf andere Rassen. Zeitweise galt die Maine Coon sogar als beinahe ausgestorben.

Im Jahre 1953 wurde der erste Maine Coon spezifische Zuchtverein gegründet. Im Jahre 1968 folgte die Gründung der MCBFA (Maine Coon Breeder and Fanciers Association) durch amerikanische Maine-Coon-Züchter, einer Interessengemeinschaft, die sich bist heute um die Reinerhaltung und Natürlichkeit der Maine Coon bemüht. Die Anerkennung in den anderen amerikanischen Vereinen fand die Maine Coon 1973, von der CFA (Cat Fanciers Association) wurde sie erst 1976 offiziell als Rassekatze anerkannt.

In Deutschland wird diese Rasse seit ca. 1976 gehalten und gezüchtet - Pionierin ist hier Frau Barbara Simon, Zwinger Nonpareil. Sie hat als erste Maine Coons aus Amerika in Deutschland eingeführt und gezüchtet. Frau Simon hat ein sehr gutes und lesbares Buch über "ihre" Rasse geschrieben. Die Maine Coon gehört inzwischen wegen ihrer robusten Art und ihres natürlichen und anhänglichen Wesens zu den beliebtesten Rassekatzen weltweit. 

Die Maine Coon ist eine der größten Rassekatzen mit einem Gewicht von 7 bis zu 9 kg bei den Katern. Kastrierte Kater können in Einzelfällen sogar ein noch höheres Gewicht auf die Waage bringen, das sind jedoch -deutlich gesagt- Ausnahmen. Die Katzendamen sind erheblich kleiner als die Kater und wiegen durchschnittlich ca. 4,5 - 6,5 kg.

Die Maine Coon gehört zu den Halblanghaarkatzen und hat ein dichtes, wasserabweisendes Fell, eine Halskrause und wollige Hosen an den Hinterbeinen sowie einen langen buschigen Schwanz, den sie bei Kälte um ihren Körper legt, um sich damit warm zu halten.

Maine Coons haben einen starken Knochenbau und einen muskulösen, langgestreckten, kantigen Körper mit breitem Brustkorb. Das Gesicht mit seiner kantigen Schnauze hat oft einen wilden und grimmigen Ausdruck (feral type). Das Kinn bildet mit Nase und Oberlippe eine Linie. Die Ohren sind groß und hoch angesetzt. Gern gesehen sind sog. Luchspinsel auf den Ohren. Sie sind breit an der Basis, mäßig spitz zulaufend und mit dichten Haarbüscheln versehen. Die Beine einer Maine Coon sind kräftig und lang, die Pfoten rund, groß und haben lange Haarbüschel zwischen den Zehen. 

Gezüchtet werden Maine Coons in allen Farben mit und ohne Weiß sowie mit und ohne Zeichnung - außer Colourpoint, Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn. 

Maine Coons sind robust und widerstandsfähig. Ihr Charakter ist recht unabhängig und selbstbewusst. Sie haben ihren eigenen Kopf. Aber sie sind ausgesprochen gesellig und anhänglich. Darum sollte man eine Maine Coon niemals alleine halten. 

Coonies schenken ihrem Menschen anhängliche, aber nicht aufdringliche Zuneigung. Sie sind sehr verspielt und aktiv, andererseits aber auch zärtlich und verschmust. Temperamentvoll, jedoch niemals aggressiv. Maine Coons sprechen häufig mit leiser Stimme mit ihren Menschen oder machen gurrende Geräusche - auch untereinander.

Der Ausdruck "sanfter Riese" umschreibt den Charakter der Maine Coon mit wenigen Worten sehr treffend.

Viele dieser sanften Riesen lieben es, mit den Pfoten im Wasser zu planschen oder aus dem Waschbecken bzw. Wasserhahn zu trinken. Sie tupfen häufig vor dem Trinken die Pfote in das Wasser und bringen es in Bewegung. Manche Coonies graben regelrecht im Wasser, bevor sie es trinken. Darum sollte der Wassernapf auch immer an einer gut zu wischenden Stelle stehen; es wird nötig sein ;-))

Die Pflege einer Maine Coon ist nicht aufwändig. Das leicht ölige "Allwetterfell" neigt meist nicht zum Verfilzen. Es kommt dabei natürlich individuell auf die Fellbeschaffenheit des einzelnen Tieres an. Meist reicht gelegentliches bzw. wöchentliches Bürsten - im Frühjahr und Herbst (Fellwechsel!) jedoch möglichst täglich. Es gibt allerdings auch Coonies, die man nur ca. 1 x im Monat zu bürsten braucht.
Der buschige Schwanz ist dabei jedoch mit Vorsicht zu behandeln. Ein Kamm ist hier einer Bürste vorzuziehen, mit der man ggf. zu viel Fell ausreißt, wenn man nicht vorsichtig ist. Und bis sich das Schwanzfell regeneriert hat, können Monate vergehen! Den "Problemzonen" (Achseln, Pluderhosen an den Hinterbeinen, Leistenbereich) sollte man verstärkt Aufmerksamkeit schenken, denn hier können sich Haarknoten bilden, die sehr schwer wieder zu lösen sind. Sollte es zu einem Knoten gekommen sein, bitte lieber vorsichtig rausschneiden als kämmend am Fell zu zerren. Das tut der Katze sehr weh. Sollte das Fell zu fettig erscheinen, kann man es mit Speisestärke oder Babypuder behandeln. Einfach einpudern, einwirken lassen und danach gründlich ausbürsten. Stärke bzw. Puder nehmen das überschüssige Fett so auf.

 

Kurzstandard

Gesamteindruck: Großformatig, kräftig und robust.

Körper: Langgestreckt, rechteckig, starker Knochenbau, harte Muskulatur, breiter Brustkorb.

Größe: Mittelgroß bis groß.

Kopf: Mittelgroß, kantiger Kopfumriss, Profil mit sanfter konkaver Neigung der Nasenlinie. Ein leichter Stop ist erlaubt. Stirn sanft gebogen. Wangenknochen hoch angesetzt. Gesicht und Schnauze von mittlerer Länge, kantiger Umriss der Schnauze, deutlich fühlbarer Übergang zwischen Schnauze und Wangenknochen.

Kinn: Fest und kräftig; in senkrechter Linie mit Nase und Oberlippe stehend.

Ohren: Groß, breit am Ansatz, mäßig spitz zulaufend, Luchspinsel sind wünschenswert. Die Haarbüschel aus dem Ohrinnenraum ragen über den äußeren Ohrenrand hinaus. Die Ohren sind hoch am Kopf platziert und zeigen eine leichte Außenneigung. Der Abstand zwischen den Ohren sollte circa eine Ohrenbreite betragen. Bei älteren Tieren vergrößert sich der Ohrenabstand.

Augen: Groß, weit auseinander stehend, leicht oval, klare Augenfarbe.

Nacken: Bei Katern sehr muskulös.

Beine, Pfoten: Kräftige, mittellange Beine auf großen, runden Pfoten; Haarbüschel zwischen den Zehen.

Schwanz: Die Länge des Schwanzes entspricht der Länge des Körpers vom Schwanzansatz bis zu den Schultern. Er ist breit am Ansatz und läuft zum Ende hin spitz zu. Die Schwanzbehaarung ist voll, lang und wehend.

Fell: Dichtes, halblanges Deckhaar mit mäßig entwickeltem Unterfell. An Kopf, Schultern und Beinen ist das Fell kurz; entlang dem Rücken und den Seiten wird es allmählich länger. Die Hinterbeine tragen lange, volle Hosen.

Textur: Seidig. Grobes, glattes Deckhaar bedeckt die weiche Unterwolle.

Farben: Alle, außer Pointzeichnung, Chocolate, Cinnamon, Lilac und Fawn. Die Augenfarbe ist unabhängig von der Fellfarbe.